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BALKONE – SANIEREN ODER VERGLASEN?

Was sind geeignete Maßnahmen, um Balkonplatten zu erhalten? Ein Wegweiser von der ungeplanten zur geplanten Instandsetzung.

Immer wieder ist in den Medien über Instandhaltungsstau in Deutschland zu lesen. Oftmals werden Aufwendungen für die Instandhaltung nur als notwendiges Übel betrachtet, nicht als Chance zum Erhalt und zur Verbesserung der Substanz. Schwerwiegend ist es, wenn wichtige Bauteile wie Balkone nicht regelmäßig gewartet werden und es wegen gravierender Mängel der Bausubstanz zu Gefahren für die Allgemeinheit kommt. Das passiert glücklicherweise nicht häufig und ist durch regelmäßige Instandhaltung zu vermeiden.

Häufige Ursache für Schäden ist korrodierter Stahl in den Balkonplatten. Wind und Wetter wirken wie ein Peeling auf die Beschichtung der Balkonplatte. Die deckende Betonschicht ist bei offenen Balkonen durch Niederschlag und Oberflächenkondensation längeren Nasszeiten ausgesetzt. Durch diese Einflüsse beginnt die Bewehrungskorrosion: Es entstehen Rost, Risse und Abplatzungen durch eine chemische Reaktion im Beton, die Carbonatisierung. Der ph-Wert des Betons ändert sich und die äußere Schicht des Bewehrungsstahls löst sich auf. Die Korrosionsbereitschaft des Bewehrungsstahls nimmt zu und beginnt bei längerer Feuchtzeit zu korrodieren. Durch diesen Vorgang kommt es zu einer Volumenzunahme, so dass Spannungen entstehen, die durch Schäden an den Kanten und Ecken der Balkonplatte sichtbar werden. Besonders Frost und Tauwechsel in den Wintermonaten setzen den Balkonplatten zu und führen zu starken Schäden.

Bei einem Schadensbild wie diesem ist die Frage, ob eine regelmäßige Instandhaltung stattfinden sollte, schnell geklärt, die Wahl der geeigneten Maßnahme schon viel schwieriger. Eine Vielzahl von Möglichkeiten macht die Entscheidung nicht gerade leicht, und oft sind die Alternativen schwer zu vergleichen. Betrachten wir zwei Varianten: die aufwendige, allumfassende Betonsanierung und die auf das notwendige Maß reduzierte Betonsanierung in Verbindung mit einer neuen Balkonverglasung als Einhausung für Bestandsbalkone. Letzteres wird oft nicht in die Entscheidung und das Sanierungskonzept mit einbezogen, da es sich bei dieser Maßnahme nicht nur um die Erhaltung der Objektsubstanz, sondern um eine erweiterte bauliche Maßnahme handelt. Ein Vergleich lohnt sich dennoch. Maßnahmen zur Instandhaltung wollen mit Bedacht und Weitblick getroffen werden, um unnötige Folgekosten zu vermeiden.

Am Anfang sollte immer eine Analyse des Ist-Zustandes stehen und die Schadensursache ermittelt werden. Der Soll-Zustand des Betons der Balkonplatte soll wieder hergestellt werden, um die Wertsubstanz des Bauwerkes zu erhalten und die Standsicherheit zu gewährleisten. Die klassische Betoninstandsetzung für Balkone besteht oftmals aus einer kostenintensiven Sanierung der deckenden Betonschicht mit Korrosionsschutz der Bewehrungsstähle, dem Aufbringen von Oberflächenschutzsystemen gemäß den jeweiligen Anforderungen und einer eventuellen Erneuerung der Geländer. Es gibt viele mögliche Materialien und Herangehensweisen. Die Arbeiten müssen durch qualifiziertes Personal durchgeführt werden, viel Spezialwissen ist gefragt.

Da die Betonplatte jedoch weiterhin der Witterung ausgesetzt ist und auch Stahlbeton nicht ewig hält, sind die Maßnahmen regelmäßig zu wiederholen. Ein Wartungsintervall von 15 bis 20 Jahren ist wahrscheinlich. Ist die Schadensursache nicht abschließend geklärt oder wurden die Arbeiten nicht fachgerecht ausgeführt, sind in kürzester Zeit wiederholt kostenintensive Maßnahmen fällig, und die Wartungsintervalle verkürzen sich weiter. Als nachhaltige Alternative sind Balkonverglasungen auf lange Sicht die kostengünstigere Variante. Die Bestandsplatten werden im notwendigen Rahmen instandgesetzt. Eine Rahmenkonstruktion aus Glas und Aluminium mit integrierter Balkonverglasung wird vor die Balkonplatte gesetzt, so dass alle dahinter liegenden Bauteile wie Fassade, Fenster und Türen, aber auch die Balkonplatte vor Witterungseinflüssen geschützt sind. Die Feuchtigkeit der Betonplatte sinkt, und es gibt keine dauerhaften Nasszeiten mehr. Die Lebensdauer der Balkonplatte verlängert sich, wobei der zu erwartende Wartungsaufwand für die kommenden 50 Jahre gering sein wird.

Im Gegensatz zur klassischen Balkonsanierung hat eine Balkonverglasung viele weitere Vorteile. Unter anderem entsteht eine Art Schutzhülle mit energetischem Nutzen für das Gebäude. Integrierte Verglasungssysteme bilden mit ihrem Aluminiumrahmen in Kombination mit dem Glas ein Luftpolster zwischen der Verglasung und der Fassade. Eintretende Zuluft wird erwärmt, bevor sie in die Wohnung gelangt, so dass Energieeinspareffekte von bis zu 20 Prozent möglich werden. Des Weiteren wird durch die Balkonverglasung der Umgebungslärm um bis zu 21 dB gesenkt, und die jährliche Nutzungszeit des Balkons verlängert sich enorm.

Intelligentes Instandhaltungsmanagement setzt auf langfristige Prophylaxe und trägt so dazu bei, ungeplante, weil plötzlich notwendige Sanierungsmaßnahmen möglichst zu vermeiden. Das erfordert Weitblick und durchdacht geplante Instandhaltung. Die Kombination verschiedener Maßnahmen kann sich als sinnvoll erweisen, um die nachhaltigste Lösung für das bestehende Problem in die Jahre gekommener Balkonplatten zu finden. Es lohnt sich, erste Vergleiche anzustellen, noch bevor Balkonplatten sichtbare Schäden aufweisen.

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